Einwanderungsland Deutschland - Studie der Bertelsmann Stiftung
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Eine im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Telefonbefragung im Oktober dieses Jahres unter etwa 1.000 bundesdeutschen Personen ab 14 Jahren erbrachte eine eher widersprüchliche Haltung der Deutschen zur Zuwanderung. Sie halten ihr eigenes Land als eines der weltweit attraktivsten Zielländer, stehen aber zugleich einer (weiteren) Zuwanderung sehr kritisch gegenüber.
„Deutschland unterschätzt die Bedeutung einer Willkommenskultur und überschätzt seine Attraktivität als Einwanderungsland“, so Ulrich Kober, der Integrationsexperte der Bertelsmann Stiftung, zu den Ergebnissen.
Fast zwei Drittel der befragten Bürger sind der Auffassung, dass Zuwanderung zu zusätzlichen Belastungen in den sozialen Sicherungssystemen, zu Konflikten mit Einheimischen und zu Problemen in den Schulen führe. Gleichzeitg meinen aber etwa ebenso viele, dass mehr für Toleranz und Achtung gegenüber Einwanderern getan werden müsse. Eine deutliche Mehrheit spricht sich auch für mehr Angebote von Sprachkursen und Sprachförderung von Kindern, eine bessere Anerkennung von Berufsabschlüssen, mehr Unterstützung vor Ort und einen erleichterten Zuzug von Familien aus.
In der altersmäßigen Auswertung der Befragung zeigt sich, dass die Jüngeren die Vorteile der Zuwanderung deutlicher hervorheben als die Älteren. Sie sprechen sich u.a. für erleichterte Einbürgerungen und Gesetze gegen Benachteiligung von Zuwanderern aus. Für sie ist auch die schulische Integration ein geringeres Problemfeld als bei den älternen Bürgern - sie sehen diese als den am wenigsten gelingenden Aspekt in der Zuwanderung überhaupt.
Information:
http://www.bertelsmann-stiftung.de
Studie:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/willkommenskultur.pdf
Redaktion (ph)