Frühstart in den Fremdsprachenunterricht bei Grundschülern in der Kritik

In den meisten Bundesländern startet heute er Fremdsprachenunterricht (zumeist mit Englisch) in der dritten, teilweise aber auch schon in der ersten Klasse. Inzwischen greift jedoch eine gewisse Ernüchterung um sich - nicht zuletzt ausgelöst durch ein kritisches Gutachten des ehemaligen Direktors des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Jürgen Baumert, der im im vergangenen Jahr gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern der Landesregierung in Baden-Württemberg empfahl, den Unterricht in der ersten Fremdsprache nicht vor dem dritten Schuljahr beginnen zu lassen. Gesützt wird diese Empfehlung auch von den Fremdsprachenlehrern der weiterführenden Schulen, die dem fremdsprachlichen Unterricht der Grundschulen zumeist negative Ergebnisse bescheinigen. Eine der Ursachen scheint insbesondere die mangelnde fachliche Ausbildung der Grundschullehrer zu sein - der überwiegende Teil wurde mit der überstürzten Einführung des fremdsprachlichen Unterrichts nur unzureichend in Schnellkursen qualifiziert. Ein weiterer kritischer Aspekt ist die zusätzliche Belastung von Migrantenkindern, die oftmals sowohl die deutsche, als auch die weitere Fremdsprache nebeneinanderer erlernen müssen. Schließlich weisen auch entwicklungspsychologische Kritiker daraufhin, dass sich das offene Fenster des frühkindlichen Spracherwerbs bereits mit der Einschulung zu schließen beginne und sich damit das parallele Erlernen einer zweiten Sprache auf andere fachliche Grundqualifikationen wie z.B. Mathematik und Deutsch negativ auswirken müsse.

Information:
http://www.zeit.de/2012/16/C-SCHULE-Englisch-Grundschule

Rdaktion (ph)