Nach Punkten vorn - Kanadas Einwanderungspolitik

Deutschland und Kanada gehören zu den Ländern mit den größten Anteilen an Migranten weltweit. Eine neue Studie des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung zeigt nun auf, dass Kanada in allen Bereichen der Zuwanderungssteuerung besser abschneidet als Deutschland und dadurch auch geringere Integrationsprobleme bei der ersten und zweiten Generation verzeichnet.
Kern des kanadischen Modells ist ein transparentes Punktesystem, welches Einwanderungswillige nach Ausbildung, Sprachfähigkeit und Alter auswählt.
So dürfen in aller Regel nur hoch Qualifizierte ohne ein konkretes Jobangebot einreisen. Im gering qualifizierten Bereich erhält man nur mit einem Jobangebot eine zeitlich begranzte Aufenthaltserlaubnis. Damit übertrifft das Bildungs- und Beschäftigungsniveau der Zugewanderten in Kanada sogar die einheimische Bevölkerung. In Deutschland verhält es sich genau umgekehrt.
Nach Auffassung des Instituts bietet das kanadische System viele Ansätze, von denen Deutschland lernen könnte und sollte. Es sei ratsam, sich offensiv als Zuwanderungsland zu präsentieren, "um nicht den Zug zu einer Einwanderungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts zu verpassen." Es fehlt allerdings auch die gesellschaftliche Debatte darüber, ob man dies zum Wohle der wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit werden möchte.

Information:
http://idw-online.de

Studie:
http://www.berlin-institut.org/publikationen

 

Rdaktion (ss)