Indonesischer Lehrplan – Glaube statt Sprache
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In Indonesion gibt es einen neuen Lehrplan. Ab der vierten Klasse werden naturwissenschaftliche Fächer und Englisch gekürzt, dafür haben die Schüler mehr Religion und Staatsbürgerkunde.
Toleranz und ein friedliches Miteinander sind das Ziel des Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono, der so die geplanten Änderungen rechtfertigt. Aber gerade in der globalisierten Welt sind Englischkenntnisse unverzichtbar. Auch viele Eltern kritisieren diese bildungspolitische Entscheidung. Indonesien gehört zu den G20 Ländern und will bis 2020 unter den fünf größten Volkswirtschaften der Welt sein. Ein ehrgeiziges Ziel, aber gerade nach den vergangenen internationalen Schultests herrscht Nachholbedarf: in der Pisa-Studie über die schulischen Fähigkeiten von 15-Jährigen landete Indonesien unter 65 Ländern auf dem 57. Platz, in Wissenschaften sogar nur auf Platz 60, in Mathe auf Platz 61. Im renommierten Pearson-Report ist Indonesien Schlusslicht unter insgesamt 40 Ländern, noch hinter Bulgarien und Kolumbien.
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http://www.nzz.ch
Redaktion (ch)