Political Correctness - "Negerlein" ist unerwünscht

Aus Kinderbuch-Klassikern sollen Wörter gestrichen werden, die nicht mehr politisch korrekt sind. Dafür hat sich der Thienemann Verlag entschlossen, der unter anderem die Bücher von Michael Ende und Otfried Preußler verlegt. Es ist geplant, "veraltete und politisch nicht mehr korrekte Begrifflichkeiten" zu entfernen.
Im aktuellen Fall geht es um das Buch "Die kleine Hexe". Dort verkleiden sich Kinder als Neger, Chinesenmädchen und Türken. Alle drei Begrifflichkeiten werden als potentiell verletzend eingestuft. Das Vorhaben wird in der Öffentlichkeit, nicht zuletzt aufgrund des Eingriffs in die literarische Freiheit, scharf kritisiert:
"Wie anders als Zensur oder Fälschung soll man das nennen?"; "Als Indianer, Zigeuner oder Eskimo können sie auch nicht gehen, das wäre diskriminierend, ein Dornröschen wäre sexistisch, ein Scheich islamfeindlich."
Ferner habe die sprachliche Glättung von Geschichten ganz konkrete Nachteile: "Kinder lechzen nach Andersartigkeit, das ist Futter für ihre Fantasie. [...] Schablonenhafte Bücher können nicht leisten, was gute Kinderliteratur ausmacht: dass man darin immer wieder neue Facetten entdecken kann. Die politische Korrektheit, die man jetzt - wieder einmal - etablieren will, grenzt an Zensur."
Aus Lindgrens "Negerprinzessin" Pippi Langstrumpf ist bereits eine "Südseeprinzessin"  geworden.

Information:
Die aktuelle Ausgabe (04/2013) der Wochenzeitung DIE ZEIT
hat das Thema in einem Dossier aufgegriffen:
www.zeit.de/2013/04/Kinderbuch-Sprache-Politisch-Korrekt
www.zeit.de/2013/04/Sprache-Rassismus
http://www.zeit.de/2013/04/Kinderbuch-Sprachgebrauch

Weitere Meldungen und Meinungen:
http://www.welt.de/kultur - http://www.faz.net/aktuell/feuilleton 
http://www.focus.de/politik/deutschland
http://www.zeit.de/2013-01 - 2013/05

 - http://www.teachersnews.net

Professor Hans-Heino Ewers (Direktor des Instituts für Jugendbuchforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt) zur aktuellen Debatte:
http://idw-online.de/de/news517185

 

 

Redaktion (ss)